Hilft ja nix…

von Sauzwerg

Es ist ein Satz von solch perfider Schönheit wie es nur wenige gibt. Dazu kommt er mit einem sonst ungekannten Mass an Understatement und an Ambivalenz daher.

“Hilft ja nix…”, gefolgt von einem kurzen Heben und viel entschiedenerem Herabsinken der Schultern, der Absender dieser Nachricht lässt sich müde zurück aufs Sofa sinken, vielleicht begleitet von einem tiefen Seufzer. Dieses Bild erscheint ebenso folgerichtig, wie beispielsweise “Hilft ja nix…”, geäussert vom entschlossen athletischen Hünen im Basislager am Mount Everest, der diesen Worten einen todesverachtenden dynamisch beeindruckenden Sturm zum Gipfel folgen lässt.
Hilft ja nix, ein Satz der immer Grosses ankündigt, grosses Erschlaffen oder grosses Tun.
Resignation oder Revolution, beides wird durch ihn angekündigt.

Nur beschreibt “Hilft ja nix” niemals ein Stadium der Zufriedenheit.
Ein anschliessendes Nichtstun ist Resignation.
Nur beschreibt “Hilft ja nix” niemals ein Stadium in dem etwas so ist, wie es sein sollte.
Ein anschliessendes Tun kann auch mal nicht weniger als die Revolution sein.

Gibt es Zustände, die diesen Bedeutungsspagat dieses grossen kleinen Satz ein bißchen aktueller illustrieren?
Zwar ist es erstaunlich, deprimierend sogar, wofür 20 Zeilen manchmal genug sein können sollen…

… grossartig ist es, wie manchmal eine reicht:
Hilft ja nix…!

Kommentare

1 Kommentar zu “Hilft ja nix…”

  1. sauzwerg am 04.27.09 13:10

    Weitere Betrachtungen zu “Hilft ja nix…”:
    http://sauzwerg.blogspot.com/2009/04/hilft-ja-nix.html

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