Es ist gut, wenn alles wieder seine Ordnung hat. Nach der Furore um den Trainer der russischen Nationalelf bei der diesjährigen Fußball-EM ist Guus Hiddink wieder da angekommen wo er vorher schon einmal war: auf den Sportseiten der Printmedien und im Internet. Und gelegentlich ist er in der Regenbogenpresse zu finden, die sich allerdings mehr für dessen Privatleben interessiert als für seine beruflichen Erfolge.

Bei dem russischen Präsidenten Dmitrij Medwedjew ist das ganz anders. Er sagte bei dem Empfang der russischen Mannschaft neulich, er habe noch nie so guten Fußball gesehen wie beim Spiel der Russen während der EM und das sei schließlich auch Hiddinks Verdienst. Nun ist Medwedjew zwar kein ausgewiesener Fußballexperte, aber immerhin Präsident. Demnach wird das so schon seine Richtigkeit haben.

Ob Medwedjew am vergangenen Sonntag vor der Abfahrt nach Japan zum G8-Gipfeltreffen wohl noch den grandiosen Sieg des FK Terek in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny gegen Spartak Moskau mit eigenen Augen am Bildschirm verfolgt hat? Mit drei zu eins legten die Tschetschenen beim Spiel der russischen Premier Liga bei immerhin 33 Grad Hitze eine souveräne Leistung vor. Alle drei Tore schoss Terek innerhalb von nur dreizehn Minuten! War das nun guter Fußball? Und wenn ja, um wessen Verdienst geht es da? Den des Trainers Wjatscheslaw Groznyj?

Die Spartak-Fans erinnerten sich in der zweiten Halbzeit, als die Moskauer Spartakianer deutliche Anzeichen von Schlappheit demonstrierten, an die während der EM zur Gewohnheit gewordene Zauberformel „Rus-ski-je, rus-ski-je…“ („Rus-sen, Rus-sen…“). Aber wer gemeint war ging aus dem Kontext zumindest nicht ganz eindeutig hervor. Spartak war nämlich mit lediglich sechs russischen Spielern angetreten, so dass Terek mit vier russischen Spielern dem kaum nach stand.

Das Leben geht auch nach der „Euro“ weiter! Damit beginnt der Nachrichtenüberblick über die Ergebnisse der Premier Liga vom Wochenende. Wie wahr!

Kommentare

2 Kommentare zu “Das Leben nach der „Euro“”

  1. M. Jungblut am 07.09.08 13:16

    Sehr geehrte Frau Weinman,

    Ihre Beobachtungen aus Sport und Politik Russlands schätze ich sehr.
    Um so interessanter fände ich, mehr über den hierzulande so unbekannten FK Terek zu erfahren.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Michael Jungblut

  2. Ute Weinmann am 07.09.08 13:53

    Vielen Dank fuer den Hinweis! Ich werde versuchen in der naechsten Zeit darauf ausfuehrlicher einzugehen.

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